Landschaftsrahmenplan 2025
Textkarte 25 - Hochwasser
Das Bauvorhaben "Am Kabelgraben" liegt in einem Hochwasserrisikogebiet.

Landschaftsrahmenplan 2025, Textkarte 25, Hochwasser (Quelle: https://www.luechow-dannenberg.de/portal/seiten/landschaftsrahmenplan-strategische-umweltpruefung-900000126-38100.html
Im rot eingetragene Kreis liegt das geplante Baugebiet "Am Kabelgraben"
Aus der Stellungnahme zum Bauvorhaben "Am Kabelgraben" von Jörg Knaak:
"Anstatt aus der Vergangenheit Lüchows zu lernen, um gesund in die Zukunft zu kommen, betrachtet der Planer die Landschaft als geheilt von ihrem alten Übel, den Wasserkatastrophen. Man verweist auf den Deichschutz an der Elbe, die gäben Sicherheit, während zeitgleich der Dannenberger Deich- und Wasserverband sich über Verzögerungen beim Deich-, Siel- und Schöpfwerksbau beschwert und die Erhöhung der Deiche zur Planung im Raum Hitzacker ansteht, obwohl diese erst vor wenigen Jahren auf dieses Höhe ausgebaut wurden. Das Maß der gebauten Sicherheit zeigt das Dilemma. Die Auswirkungen des Klimawandels sind abhängig von der Wirkung des Klimaschutzes, die Ziele Deutschlands werden indessen von der Bundesregierung aufgeweicht. Ich als Bewohner der Risikozone halte den Deichschutz nicht für genügend. Wie kann es denn sein, dass neuwertige Hochwasserschutzmaßnahmen auf Klimaziele berechnet werden, die nicht mehr einzuhalten sind? Das Grünland am Kabelgraben ist für die Innenstadt der Regenwasserrückhalteraum, s. LRP, s. FNP, s. Hochwasserrahmenplan der Bundesrepublik, … ! Es ist schierer Leichtsinn, wie unsensibel mit der „Mutter“ unserer Probleme in der Flussmarsch umgegangen wird. Die Klimafolgenanpassung bleibt hier eine Überraschungspaket."
Aus der Stellungnahme des LBU (Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz:
"Die Fläche liegt in einem Hochwasserrisikogebiet, Deichschutz ist kein vollständiger Risikoganzschutz.
- Hochwasserrisikogebiet bedeutet, dass bei Hochwasser mit Zustrom großer Wassermengen zu rechnen ist. In solchen Gebieten sind bauliche Maßnahmen oft nur eingeschränkt oder gar nicht vertretbar, weil Dauerhaftigkeit, Sicherheit und Schutz der Bewohner oberste Priorität haben.
- Deichanlagen allein bieten keinen ausreichenden Schutz vor Hochwassern, deren Intensität oder Häufigkeit durch Klimawandel zunehmen kann. Wenn eine Fläche in einem Hochwasserrisikogebiet liegt, besteht ein erhöhtes Risiko für
Überschwemmungen, Versickerung und Schäden an Gebäuden. - Die ursprüngliche Begründung ignoriert potenzielle Folgen für Infrastruktur, Versorgung, Notfallpläne und Kosten für zusätzlichen Wasser- bzw. Katastrophenschutz. Deshalb ist die Bewertung der Ausweisung eines Baugebiets als vertretbar durch die Risikofaktoren des Hochwasserrisikogebiets nicht gerechtfertigt.
- Rechts- und Planungsvorschriften sehen strenge Kriterien für Flächen in Hochwasserrisikogebieten vor. Eine vertretbare Baugebietsausweisung wäre hier nur zulässig, wenn eindeutige, belastbare Schutzmaßnahmen und langfristige Risikoreduktion gewährleistet sind."

Die Jeetzel im Dezember 2023. Foto: Torsten Schoepe

Wiesen in der Jeetzelniederung im Januar 2024. Foto: Torsten Schoepe

Aus der Stellungnahme von Torsten Schoepe: "In den nächsten Jahren werden Starkregenereignisse zunehmen und die Innenstadt gefährden. Ein einziger Starkregen von kurzer Dauer hat am 25.8.2025 die Lüchower Wallstraße überflutet, die Kanalisation hat die Massen an Wasser nicht abführen können und die Problematik der nicht funktionierenden Entwässerung über die Kanalisation ist der Stadt bekannt. Die Abflussmöglichkeit in die Umgebung muss erhalten bleiben. Der Ausschluss weiterer Flächenversiegelung im Außenbereich muss das Ziel dieser und zukünftiger Generationen sein. Die Beachtung von Nachhaltigkeit bei allen Planungen und Vorhaben und nicht die kurzfristige Vorgehensweise ist als Vorgabe zu verstehen. Das Klimaanpassungsgesetz schreibt dieses auch für Lüchow demnächst vor. Wenn das Thema resiliente (Innen)-Stadt gedacht und realisiert wird, darf nicht an den Außengrenzen aufgehört, sondern Lüchow und seine Umgebung sollten als Ganzes betrachtet und verstanden werden." Foto: Torsten Schoepe

Ein laut Landschaftsrahmenplan mögliches Szenario in der Lüchower Innenstadt. Foto und KI-Bearbeitung: Torsten Schoepe